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Bericht: Kennen Sie Celle? Der alte Hafen und seine Speicher – Ursprung von Celle

Bericht: Kennen Sie Celle? Der alte Hafen und seine Speicher – Ursprung von Celle

Am 12. November rückte der Kulturkreis Fachwerk (KKF) im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kennen Sie Celle?“, die er in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein durchführt, einen in Celle weitgehend in Vergessenheit geratenen Ort in den Fokus: den alten Hafen an der Mühlenaller mit seinen ehemaligen Speichern.

Mit knapp 40 Teilnehmern war die Veranstaltung sehr gut besucht. Auf dem Gelände der Firma Haacke berichtete Seniorchef Wolfgang Haacke von den alten Fachwerk-Speichern, die hier am Ende der Speicherstraße bis Anfang der 50er Jahre standen und dann abgerissen wurden: zum Beispiel der Stechinelli-Speicher und der Lauenstein-Speicher. Auf der gegenüberliegenden Allerseite war die alte Werft, von der nach dem Brand des DLRG-Gebäudes jetzt nur noch die abgebrannten Reste der Schmiede zu sehen sind. Anschließend wurde die Gruppe von einem Mitarbeiter des Landkreises auf das an die Aller grenzende Grundstücksende geführt. Von hier aus kann man noch gut die Fundamente der alten Speicher sehen, die auf dem Haacke-Gelände standen, und sogar die Eisenringe, an denen die Schiffe festgemacht wurden.

Das äußerste Ende des Landkreisgeländes ist unbebaut. Hier stand bis 1935 ein Speicher aus dem 17. Jahrhundert, der damals in sich zusammen brach und dann abgerissen wurde. Der Vorsitzende des KKF, Dietrich Klages, merkte an, dass es doch durchaus sinnvoll wäre, an dieser Stelle an den Ursprung von Celle, den alten Hafen, der ja schon vor der Stadtgründung bestand, zu erinnern. Hier könnte ja vielleicht der alte Speicher aus dem 17. Jahrhundert mit einer Anlegestelle für Schiffe rekonstruiert werden. Denkbar wäre eine touristische Nutzung in Verbindung mit einem Restaurant und Café. Dieser Ort wäre vom Schlosspark aus gut zu erreichen und auch von einer späteren Wohnbebauung auf der Allerinsel – gute Gründe, um gerade hier an den Ursprung von Celle zu erinnern.


Frank Simon von der Planungsgemeinschaft Simon+Simon, der auch an der Veranstaltung teilnahm, schlug vor, eine mögliche Rekonstruktion auf den alten Fundamenten des Speichers vorzunehmen. Die Archäologin Dr. Cornelia Lohwasser, die gerade in Altencelle arbeitet und auch an der Führung teilnahm, bot spontan an, das Gelände mit Hilfe eines Geomagnetikgerätes zu untersuchen. Damit könnten eventuell noch vorhandene Fundamente aufgespürt werden.

Ganz dem Thema angemessen wurde die Führung im historischen Schifferkrug in der Speicherstrasse beendet. Dietrich Klages zeigte und erläuterte – mit kundiger Unterstützung durch Wolfgang Haacke – Bilder von den alten Speichern und dem Hafen. Und Stadtbaurat Ulrich Kinder trug zum Abschluss über die Entwicklung der Allerinsel im Rahmen der Stadtentwicklung vor.

Fotos: Jutta Baars, Dietrich Klages
Zeichnungen: Archiv

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