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Bericht: Kennen Sie Celle? Besuch bei Flöten Moeck

Besuch bei Moeck

„Ich bin mit meiner Flöte ganz anders umgegangen, ich wusste ja gar nicht, dass das so ein Präzisionsinstrument ist“  – so eine Teilnehmerin, als wir uns schließlich bei der elektronischen Tonkontrolle befanden und u.a. erfuhren, dass Blockflöten behutsam eingeflötet werden sollten. Aber eins nach dem anderen.

Sehr frühzeitig und bis auf den letzten Platz ausgebucht war dieser hochinteressante Besuch bei der Blockflötenfirma Moeck. Wir wurden herzlich vom Blockflötenbauer Rudi Köppel begrüßt, dessen offizielle Berufsbezeichnung Holzblasinstrumenten-macher mit Schwerpunkt Blockflötenbau ist und der seit 38 Jahren bei der Firma Moeck tätig ist. Er führte uns in zwei Stunden kompetent, humorvoll und unter allerlei Flötentönen durch den Betrieb und beantwortete dabei viele Fragen.

Wir begannen im Ausstellungsraum, einem wahren Blasinstrumentenmuseum, wo wir über die Geschichte der Firma Moeck informiert wurden: Firmengründung 1930, Beginn der eigenen Flötenherstellung 1946, Bau des jetzigen Werk 1962 und seit 1980 der weltweit größte Hersteller hochwertiger Blockflöten. Blockflöten waren bereits in der Renaissancezeit sehr beliebt, wobei die erste nachweisbare Blockflöte vierzigtausend Jahre alt ist. Sie war aus einem Gänsegeierknochen hergestellt und wurde von Archäologen in einer Höhle auf der Schwäbischen Alb entdeckt. Dann wurden uns die verschiedenen Hölzer für eine Blockflöte vorgestellt: Ahorn, die Obsthölzer Birne und Pflaume, Olivenholz, Buchsbaum, Palisander, Ebenholz, Grenadill, Rosenholz und Zeder. Zedernholz wird für die Herstellung des Blocks verwendet, der der Blockflöte ihren Namen gibt. Er befindet sich im Mundstück einer jeden Blockflöte und ist beim Spielen somit dem Einfluss von Feuchtigkeit und Wärme des Atems ausgesetzt. Zedernholz kann diese Feuchtigkeit gut aufnehmen und quillt dabei nur sehr wenig auf. Somit ist Zedernholz als Material für den Block am besten geeignet.

Herr Köppel führte uns auch das ein oder andere Stück aus den Vitrinen vor, vom 2m-Riesen Subbass über einen mächtigen Serpent bis hin zur Garkleinflöte von weniger als 20 cm, eben gar klein. Dabei entlockte er den Instrumenten mitunter sogar trompetenähnliche oder orientalische Klänge – mit rühriger Blashilfe aus der Gruppe.

Besuch bei Moeck

Beim anschließenden Rundgang durch die Fertigungshallen wurde vor allem eines deutlich: hier gibt es modernste computergesteuerte Maschinen, die auf Hundertstel mm genau arbeiten, die Fertigung wird aber immer auch noch unterstützt und abgeschlossen durch den Menschen bzw. die Handarbeit (z.B. Korkringe verkleben, Feinschliff, Nachschneiden, Schluss-Kosmetik, Endkontrolle). Einige der Maschinen wurden sogar von den Mitarbeitern entwickelt und gebaut. Zu Beginn des Rundgangs entnahm unser Blockflötenführer einen Rohling, der gleichsam mit uns wanderte und unter vereinten Anstrengungen und Knopfbetätigungen seinen Fertigungsprozess durchlief. Eine Teilnehmerin spielte dann am Ende darauf „eine kleine Nachtmusik“, womit sie sich unter Beifall das gute Stück als Souvenir verdient hatte. Was für eine nette Idee, welch ein gelungener Abschluss des Rundgangs!

Zurück im Ausstellungsraum wurden weitere Fragen beantwortet, bevor die Gruppe sich mit herzlichem Applaus für die freundliche Aufnahme und die beeindruckende Führung bedankte. Wir haben einen Celler Leuchtturm kennengelernt, der hell strahlt und den Namen Celle in die ganze Welt trägt.

 

Text: Ingo Vormann
Fotos: Jutta Baars

Veranstaltungsreihe des Museumsvereins in Zusammenarbeit mit dem Kulturkreis Fachwerk im Celler Land e.V.

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